MahlZeit-Kampagne 2017 – News im Monat März

Flashmob (*) zum Internationalen Tag des Wassers am 22. 3. 2017

Anlässlich des Weltwassertages (Informationen dazu in der Anlage – Italiano / Deutsch) veranstaltet die Kampagne „Mahlzeit.coltiviamo la vita.deboriada“* in vier Südtiroler Städten an öffentlichen Brunnen Flashmobs. Mit einem „Prost auf unser Trinkwasser“ und der Einladung an die Passanten Wasser aus den bereitgestellten Bechern zu trinken, wird auf den Wert des Wassers hingewiesen. Angeboten wird weiters ein kurzes Quiz zum Thema Wasserverbrauch. Angeführt werden die Flashmobs von örtlichen Oberschulklassen.

Die Flashmobs finden an folgenden Orten statt: Beginn ist jeweils um 10,45h

  • Bozen, Waltherplatz (Brunnen Ecke Mustergasse)
  • Meran, Kornplatz (Brunnen)
  • Brixen, Hartmannsplatz (Brunnen)
  • Bruneck, Stadtgasse (Brunnen)

 

Natur im Garten: Silke Raffeiner schickt folgenden Hinweis zur Aktion Natur im Garten (Österreich) im Zusammenhang mit Gemeinschaftsgärten. Auch das Land Südtirol hat sich der Initiative angeschlossen; zuständig dafür ist die Laimburg. http://www.naturimgarten.at/gemeinden-und-organisationen/gemeinschaftsgaerten

 

Agrarpolitik in der EU:

Von Hans Perting erhalte ich den Hinweis auf eine europaweite Aktion von Slow food. Im Positionspapier Link weiter unten, stehen folgende Ziele im Mittelpunkt:

** Ein gerechteres Lebensmittelsystem zu schaffen, welches die regionale Wirtschaft im ländlichen Raum stärkt und welches Erzeugern eine angemessene Entlohnung und akzeptable Arbeitsbedingungen zusichert.

** Ein Lebensmittelsystem, das die Umwelt schützt statt schädigt und das aus landwirtschaftlichen Produktionsweisen besteht, die mit Respekt gegenüber Tier und Mensch arbeiten.

** Mehr Mitspracherecht für die Zivilgesellschaft und die Abwendung vom aktuell unverhältnismäßig hohen Einfluss der Industrie.

https://slowfood.de/aktuelles/2017/positionspapier_zur_umgestaltung_der_gemeinsamen_agrarpolitik_in_der_eu/

Facebook: Seit einigen Tagen gibt es eine Facebook-Seite mit vielen Infos zum MahlZeit-Projekt; eine eigene Internetseite ist noch in Vorbereitung. Für die Gestaltung ist Siiri Eidner verantwortlich; sie freut sich über Anregungen und Kommentare und natürlich auch über ein „Gefällt mir“… https://www.facebook.com/mahlzeitcoltiviamolavita/

Lehrgang für urbane Gartenprojekte: Dieser  „Kurzlehrgang für KoordinatorInnen von Gemeinschaftsgärten“ verfolgt das Ziel der Ausbildung von Tutorinnen/Koordinatorinnen, welche  interkulturelle Gemeinschaftsgärten zur Selbstversorgung initiieren und koordinieren. Moderation und Kursleitung durch Evi Keifl.  Mehr dazu in der mitgeschickten Beschreibung.

Trentino: Auch in unserer Nachbarprovinz gibt es viele Initiativen zu einer solidarischen und ökologisch ausgerichteten Landwirtschaft. Die folgenden Links geben einen kleinen Einblick in die bunte Vielfalt  von Projekten:

http://www.ildolomiti.it/cronaca/nasce-la-banca-della-terra-sara-possibile-coltivare-i-terreni-incolti-unoccasione-i-giovani

http://www.cercatoridisemi.com/guide-gratuite

https://www.facebook.com/predazzoblog/videos/1553630721313638/

Vorarlberg: Von Gerda Gius habe ich den Hinweis auf eine interessante Veranstaltung erhalten: Die Tage der Utopie Entwürfe für eine gute Zukunft vom 24. zum 30. April im Bildungshaus St. Arbogast. Mehr dazu unter http://tagederutopie.org/

Südtirol: Zwei Hinweise auf Vorträge und Bildungsinitiativen zum Thema Landwirtschaft und Ernährung:

  • Bio, fair, regional, ertragreich. Ist eine andere Landwirtschaft möglich? Alexander Agethle (aus Schleis/Mals) trägt in Brixen am 15. März in der CUSANUS-Akademie (Seminargasse 2) und am März in Meran an der URANIA (Ortweinstraße 6) vor. Nähere Informationen: www.querdenkenurania.wordpress.com

Ernährungsräte/Urbanes Gärtnern:  Silke Raffeiner empfiehlt folgende Links zur weiteren Information und Vertiefung:
http://www.aid.de/inhalt/was-braucht-es-damit-urbanes-gaertnern-gelingt-29739.html
http://shop.aid.de/7660/Essbare-Stadt-Urban-Gardening-in-Koeln-Berlin-und-Mailand
http://www.aid.de/inhalt/global-denken-lokal-handeln-29714.html

Ernährungsbildung

Die österreichische Starköchin Sarah Wiener ist auch bei uns bestens bekannt. In der Anlage gibt es einen lesenswerten Beitrag zum Thema: Ernährungsbildung – Schlüssel für die Wertschätzung von Lebensmitteln.

Bücher zur Vertiefung:

Im April erscheint der Atlas der Umweltmigration, herausgegeben vom Oekom-Verlag. Kurz zum Inhalt:

Die Anzahl der Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Konflikten fliehen, war noch nie so hoch wie heute. Ende 2015 waren weltweit 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Doch was, wenn in den nächsten Jahrzehnten weitere 200 Millionen hinzukommen? Menschen, die der Klimawandel in die Migration treibt – durch steigende Meeresspiegel, Waldbrände und Dürre oder Mangel an Trinkwasser.
Der »Atlas der Umweltmigration« thematisiert die enorme Herausforderung, vor der die Menschheit im 21. Jahrhundert steht. Zahlreiche detaillierte Karten und aufwendige Grafiken liefern eine Fülle an Informationen, illustrierte und bebilderte Fallstudien aus aller Welt sensibilisieren für die Situation der Menschen vor Ort. Im Stil des beliebten »Atlas der Globalisierung« der Le Monde diplomatique informiert der Atlas der Hilfsorganisation IOM erstmals über alle Aspekte des komplexen Themas »Umweltflucht«.
Wer über Ursachen und Dimension sowie Auswirkungen und Chancen der kommenden Völkerwanderung informiert sein will, kommt an diesem Atlas nicht vorbei!  AutorInnen: Francois Gemenne, Dina Ionesco, Daria Mokhnacheva

Vor wenigen Wochen ist das Buch von Ute Scheub/Stefan Schwarzer „Die Humusrevolution“ erschienen. Es geht darin um die Frage, wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen können. Mit vielen Praxistippes und großem Serviceteil. Ich habe das Buch gelesen und empfehle es gerne weiter. „Klimawandel, Boden- und Artenverlust erzwingen ein Umsteuern unserer Landnutzung. Das Buch ´Die Humusrevolution´zeigt, wie verblüffend einfach das ist!“ Dies der Kommentar des Agrarwissenschaftlers Felix Prinz zu Löwenstein.

Zu diesem Thema verschicke ich in der Anlage noch einen sehr interessanten Artikel  von Hans-Peter Schmidt und Paul Taylor zur Herstellung von Pflanzenkohle.

 

Ernährungsbildung- Schlüssel für die Wertschätzung von Lebensmitteln

Kon-Tiki – Die Demokratisierung der Pflanzenkohleproduktion

Kurzlehrgang

Newsletter Frühling 2017

Weiterhin wachsender Biomarkt in Europa

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MahlZeit-Kampagne 2017 – News im Monat Februar

gestern, Sonntag 12. Februar, habe ich das Saatgutfest in Uttenheim besucht. Zum ersten Mal. Nicht nur Tausende unterschiedlicher Samentüten haben mich überrascht; auch die vielen Hunderte von Menschen, die aus allen Landesteilen zum Fest gekommen sind. Ich hatte mir nicht gedacht, dass es südtirolweit so viele GärtnerInnen und Interessierte zum Thema „Saatgutsouveränität“ und zur Bewahrung der traditionellen samenfesten Sorten gibt. Herzlichen Dank dafür an die Bäuerinnen, an den Sortengarten Südtirol und an Sabine Schrott für die Organisation.

Vor wenigen Tagen kam eine Nachricht aus dem Presseamt des Landeshauptmanns Kompatscher, die zuversichtlich stimmen mag, wenn den Worten Taten folgen:

LH Arno Kompatscher ist Mitglied des Europäischen Ausschusses der Regionen (ADR), ein beratendes Organ der EU.  Eine Fachkommission dieses Gremiums hat vor wenigen Tagen seine Vorschläge zu einer „nachhaltigen EU-Lebensmittelpolitik“ vorgestellt. Mit dieser sogenannten Initiativstellungnahme möchte der ADR dann im weiteren Verlauf die EU-Institutionen dazu bewegen, Maßnahmen zu ergreifen, die eine nachhaltigere Entwicklung der Lebensmittelversorgung ermöglichen.

Einige wesentliche Aussagen des Landeshauptmannes habe ich aus dem Pressetext herausgepickt:

  • „Aktuell verläuft die Förderung der Landwirtschaft nicht in dieselbe Richtung wie die Erkenntnis darüber, was eine Ernährung mit frischen regionalen Produkten für die Gesundheit  ausmacht“.
  • Als von der NAT beauftragter Berichterstatter zu diesem Thema hat der Landeshauptmann nun mögliche Lösungswege dargestellt, wie die Bereiche der gesunden Ernährung, der nachhaltigen Landwirtschaft und des CO2-Ausstoßes auf eine Linie gebracht werden können.
  • Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt eines diesbezüglichen Umdenkens ist die Aufwertung der kleinbäuerlichen Strukturen und damit die Sicherung der Arbeitsplätze und einer gepflegten Kulturlandschaft. „Um diese bereichübergreifende Lebensmittelpolitik zu erreichen, braucht es die Abstimmung der Politik, der entsprechenden Gesetze und schließlich der finanziellen Anreize.“
  • Die Vorschläge im Detail: Zu den Vorschlägen zählen beispielsweise die Förderung der Biodiversität und höhere Tierschutzstandards. Zudem sollten die bürokratischen Hürden in Zusammenhang mit lokalen Lebensmitteln reduziert werden, die viele Bauern von einer Eigenvermarktung abhalten.
  • Der Vorteil einer solchen Förderung:  „Damit erhielten auch Familien mit geringem Einkommen Zugang zu regional angebauten Lebensmitteln, weil diese erschwinglicher wären als heute“, sagt Kompatscher. Langfristige Gesundheitsprogramme sollten Übergewicht und mit der Ernährung verbundene Krankheiten in den Mittepunkt stellen, um den erneut stärkeren Einzug von frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln in die Küchen der Familien zu fördern. „Dieser Trend ist schon sichtbar, beispielsweise am Erfolg der Bauernmärkte und am Ansehen, den regionale Produkte genießen. Er sollte aber verstärkt werden, eben über eine abgestimmte Gesetzgebung und weitere Anreize.“
  • Eine weitere Maßnahme betrifft eine stärkere Planung auf regionaler und lokaler Ebene, um  die Umweltauswirkungen des Nahrungsmittelsystems vor Ort zu verringern. „Hier könnten lokal Gremien namhaft gemacht werden, die Initiativen zur Förderung der regionalen Lebensmittel anstoßen und verfolgen“, erklärt Kompatscher seine Vorschläge.
  • Auch in der Beschaffung von Lebensmitteln über öffentliche Aufträge gäbe es in diesem Zusammenhang Luft nach oben, sagt Kompatscher, beispielsweise in Krankenhäusern und Kindergärten. „Die bestehenden Kriterien sollten hinterfragt werden, damit Nachhaltigkeit und lokale Produkte mindestens ebenso leicht zum Zug kommen.“ Nicht zuletzt müsse auch die Fachterminologie und die Etikettierung europaweit auf eine vergleichbare Ebene gebracht werden.

Damit hat LH Kompatscher einige Punkte unseres „Südtiroler Manifest zur Ernährungssicherheit“ in die europäische Politik gebracht und damit sicherlich dem Wunsch der rund 2.000 SüdtirolerInnen entsprochen, die im Herbst 2015 dieses Manifest der Landesregierung übergeben hatten.

Nun kurz und bündig weitere Infos zum Vertiefen: (Mehr dazu in der Anlage)

  • Die internationale Konferenz ‹Bodenfruchtbarkeit› der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum zeigte Zusammenhänge zwischen Bodenqualität, Klima und Ernährungssicherheit auf und machte konkrete Vorschläge. Text in der Anlage; interessant auch die kurze Videobotschaft von Prinz Charles (in englischer Sprache)
  • Klimaschutz im Garten: Handbuch „Gärten für die Zukunft“. Die Deutsche Umwelthilfe DUH informiert über Kreislaufwirtschaft im Garten und Schutz der biologischen Vielfalt – Handlungsempfehlungen für Klimaschutz auf lokaler Ebene.
  • Der Film Landraub zeigt die enorme Notwendigkeit, kleinbäuerliche Strukturen zu bewahren, denn momentan sind noch 70% der weltweiten Agrarprodukte aus kleinbäuerlichen Betrieben. Mit jedem Einkauf können wir bewusste Entscheidungen treffen und dafür sorgen, dass das Angebot an regionalen, fairen und nachhaltigen Produkte steigt.

Bitte Termin vormerken: Am 17. Mai wird Ulrich Grober an der Fachoberschule für Landwirtschaft im Rahmen einer öffentlichen Abendveranstaltung zu Gast sein und aus seinem neuen Buch lesen.  „Der leise Atem der Zukunft – Vom Aufstieg nachhaltiger Werte in Zeiten der Krise“

 

Leihen, tauschen, teilen – Die Alternativen zur Wegwerfgesellschaft

Klimaschutz im Garten – Handbuch

Iran geht das Wasser aus

Fruchtbarer Boden leistet Beitrag zum Klimaschutz

Der nachhaltige Filmtipp Landraub

Alles Gute zum Neuen Jahr!

 

Den Rauhnächten von Weihnachten bis Dreikönig wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neue und unterschiedliche Bedeutung zugemessen. Die Grenzen zu anderen Welten werden in diesem Zeitfenster „durchlässiger“ und die Empfänglichkeit für spirituelle Themen dementsprechend größer… dies ermutigt mich auch dazu, meine Neu-Jahr-Wünsche mit einem Text zu begleiten, der mir wichtig und lesenswert scheint.

Ist die Zeit reif für eine Religionen übergreifende Allianz zur Rettung der Welt, der sich auch Atheisten und Agnostiker anschließen können? Von Wolfgang Sachs habe ich den Hinweis auf die  aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Politische Ökologie“  147/2016 erhalten, die sich diesen Fragen widmet. „Die ökologische und soziale Situation der Welt ist dramatisch. Politische Vereinbarungen oder Appelle konnten das Ruder bislang nicht herumreißen. Es wird immer deutlicher, dass sich die Außenwelt nur ändert, wenn sich auch in der Innenwelt der Menschen etwas tut. Gibt es spirituelle Ansätze in den verschiedenen Religionen, die den dringend nötigen sozial-ökologischen Wandel anstoßen können?

Link zum Artikel von Wolfgang Sachs: Der Beitrag der Spiritualität zur Erhaltung einer lebenswerten Welt

Im Vorjahr hat der Buchautor und Journalist Franz Alt den Dalai Lama interviewt. Eine der Kernaussagen darin: „Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion auskommen, aber nicht ohne innere Werte, nicht ohne Ethik. Ich sehe immer deutlicher, dass unser spirituelles Wohl nicht von der Religion abhängig ist, sondern der uns angeborenen menschlichen Natur entspringt, unserer natürlichen Veranlagung zu Güte, Mitgefühl und Fürsorge für andere. Unabhängig davon, ob wir einer Religion angehören oder nicht, haben wir alle eine elementare und menschliche ethische Urquelle in uns. Dieses gemeinsame ethische Fundament müssen wir hegen und pflegen.“

Eine leicht gekürzte Fassung des Interviews  ist über folgenden Link einsehbar.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen zu einem gut gelebten Neuen Jahr!

Arno